Betreten Sie keinen überfluteten Bereich, wenn Wasser Steckdosen, Verteiler, Elektrogeräte oder unbekannte Leitungen erreicht haben könnte. Schalten Sie Strom nur ab, wenn der Verteiler trocken und gefahrlos zugänglich ist; sonst Abstand halten und Feuerwehr beziehungsweise Elektrofachkraft verständigen.
Ein Wasserschaden kann von einer tropfenden Verbindung bis zu einem geplatzten Rohr reichen. In beiden Fällen gilt: Nicht hektisch handeln, sondern nach Risiko priorisieren. Menschen schützen, Wasser stoppen, Elektrizität meiden, Schäden begrenzen und nachvollziehbar dokumentieren.
Minute 0 bis 3: Gefahr beurteilen
Warnen Sie alle Personen in der Wohnung. Prüfen Sie aus sicherer Entfernung, ob Wasser in der Nähe von Steckdosen, Verlängerungskabeln, Elektrogeräten oder dem Sicherungsverteiler steht. Betreten Sie solche Bereiche nicht.
Bei großer Wassermenge, Gefahr für Personen, Deckeneinsturz, Brand- oder Stromrisiko rufen Sie die Feuerwehr. Versuchen Sie nicht, durch stehendes Wasser zum Stromverteiler oder zur Austrittsstelle zu gelangen.
Minute 3 bis 7: Wasser stoppen
Wenn der Weg trocken und sicher ist, schließen Sie die nächstgelegene Geräteabsperrung oder die Wohnungs-Hauptabsperrung. Typische Stellen sind Eckventile unter Waschbecken, Absperrungen bei Waschmaschine oder Geschirrspüler und der Wasserzählerbereich.
Ein schwergängiges oder korrodiertes Ventil darf nicht mit Gewalt bewegt werden. Es könnte abbrechen und den Schaden vergrößern. Ist die Absperrung nicht auffindbar, kontaktieren Sie Hausverwaltung, Haustechnik oder Fachbetrieb.
Bei einer Störung an der öffentlichen Versorgung – etwa einem Gebrechen vor dem Gebäude oder auffälligem Wasser auf öffentlichem Grund – ist Wiener Wasser über den offiziellen Bereitschaftsdienst erreichbar.
Minute 7 bis 10: Ausbreitung begrenzen
Nur wenn kein Elektrorisiko besteht:
- stellen Sie Eimer unter eine tropfende Stelle;
- legen Sie Handtücher oder saugfähiges Material an Türschwellen;
- bringen Sie bewegliche, trockene Gegenstände aus dem Gefahrenbereich;
- schützen Sie Möbel durch Abstand zum nassen Boden;
- öffnen Sie keine aufgequollenen Decken- oder Wandteile.
Abwasser oder verunreinigtes Wasser erfordert Handschuhe und besondere Hygiene. Kinder und Haustiere bleiben außerhalb des Bereichs.
Minute 10 bis 15: Dokumentieren und verständigen
Fotografieren Sie die Situation aus mehreren sicheren Perspektiven, bevor Sie größere Aufräumarbeiten beginnen. Notieren Sie Uhrzeit, vermutete Ursache, geschlossene Ventile und bereits verständigte Stellen.
Je nach Wohnsituation informieren Sie:
- Hausverwaltung oder Vermietung;
- betroffene Nachbarn unter oder neben der Wohnung;
- Installations- beziehungsweise Haustechnik-Fachbetrieb;
- Ihre Haushalts- oder Gebäudeversicherung entsprechend dem Vertrag.
Wer welche Kosten trägt, hängt unter anderem von Ursache, Eigentum, Mietvertrag, Gebäudeversicherung und anwendbarem Mietrecht ab. Treffen Sie keine pauschalen Schuldzuweisungen, sondern sichern Sie Befund und Kommunikation.
Was die Fachkraft wissen sollte
Eine gute Erstinformation spart Zeit:
- Wo tritt Wasser sichtbar aus?
- Seit wann und in welcher Menge?
- Ist die Absperrung geschlossen?
- Sind Strombereiche betroffen?
- Handelt es sich um Frisch-, Heizungs- oder Abwasser?
- Gibt es Fotos, Gerätemodell oder Hinweise auf frühere Schäden?
Bei der Hilfe für Wasserschäden in Wien steht zuerst die technische Sicherung im Vordergrund. Anschließend werden Ursache, notwendige Reparatur und mögliche Trocknungs- oder Folgearbeiten abgegrenzt.
Nach dem Stoppen: Feuchtigkeit ist noch da
Auch wenn kein Wasser mehr nachläuft, können Estrich, Dämmung, Wandaufbau und Möbel feucht bleiben. Oberflächliches Abtrocknen beweist nicht, dass die Konstruktion trocken ist. Verdeckte Feuchte kann Geruch, Schimmel und Materialschäden verursachen.
Je nach Umfang sind Feuchtemessung, Leckortung, technische Trocknung und eine abgestimmte Sanierung erforderlich. Lassen Sie sich Messwerte und Maßnahmen dokumentieren.
Typische Fehler nach einem Wasserschaden
Entsorgen Sie beschädigte Gegenstände nicht vorschnell, bevor sie dokumentiert und die weitere Vorgehensweise mit der Versicherung geklärt ist. Schalten Sie durchnässte Geräte nicht testweise ein. Bohren oder öffnen Sie keine Bauteile, wenn Leitungsverlauf und Konstruktion unbekannt sind.
Ein klarer Ablauf schützt nicht nur die Wohnung, sondern erleichtert auch die spätere Abstimmung zwischen Eigentümer, Mietpartei, Hausverwaltung, Fachbetrieben und Versicherung.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Wen rufe ich bei einem Wasserschaden in Wien zuerst an?
Bei Gefahr für Personen, großer Überflutung oder Stromrisiko die Feuerwehr. Bei einer Störung der öffentlichen Wasserversorgung ist Wiener Wasser zuständig. Innerhalb des Gebäudes sind je nach Situation Hausverwaltung, Vermietung, Installationsfachbetrieb und Versicherung zu informieren.
Darf ich bei Wasser den Strom abschalten?
Nur wenn der Sicherungsverteiler trocken, gefahrlos erreichbar und eindeutig zu bedienen ist. Gehen Sie nicht durch Wasser zu einem Schalter und berühren Sie keine nassen Geräte. Im Zweifel Abstand halten und Fachkräfte rufen.
Welche Fotos braucht die Versicherung?
Dokumentieren Sie Übersicht, Austrittsstelle, betroffene Räume und Gegenstände sowie sichtbare Wasserstände. Fotografieren Sie vor dem Aufräumen, ohne sich zu gefährden, und führen Sie eine Liste mit Uhrzeit und Sofortmaßnahmen.
Quellen und weiterführende Informationen
Stand der redaktionellen Prüfung: 23. Juli 2026. Die Informationen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine technische Prüfung oder individuelle Rechtsberatung.


