Bei Brandgeruch, Rauch, Funken, warmem Verteiler, Stromschlag oder Wasser nahe elektrischen Teilen Abstand halten und Feuerwehr beziehungsweise Elektriker-Notdienst verständigen. Verteiler nicht öffnen, FI niemals blockieren und Schutzleiter oder Sicherungen nicht manipulieren.
Ein FI-Schalter – fachlich Fehlerstrom-Schutzeinrichtung oder RCD – vergleicht hin- und zurückfließenden Strom. Fließt ein Teil über einen unerwünschten Weg ab, schaltet er ab. Das ist keine lästige Störung, sondern eine wichtige Schutzfunktion.
Zuerst nach Gefahrzeichen suchen
Riecht es verbrannt, sehen Sie Rauch oder Funken, ist der Verteiler auffällig warm oder gab es einen Stromschlag? Dann nichts weiter bedienen. Halten Sie Abstand, warnen Sie andere Personen und rufen Sie bei akuter Gefahr die Feuerwehr sowie eine Elektrofachkraft.
Wasser in der Nähe von Steckdosen, Geräten oder Leitungen ist ebenfalls ein Stoppsignal. Gehen Sie nicht durch einen nassen Bereich zum Verteiler.
Wohnung oder Netzstörung unterscheiden
Prüfen Sie, ob Allgemeinbeleuchtung, Nachbarwohnungen oder Straßenbeleuchtung ebenfalls ausgefallen sind. Die Wiener Netze informieren über bekannte Störungen und erklären erste Kontrollen.
Sind nur Ihre Räume betroffen, sehen Sie von außen auf den Verteiler: Steht der FI-Schalter unten oder in Mittelstellung? Öffnen Sie keine Abdeckung und berühren Sie keine inneren Teile.
Gerätefehler sicher eingrenzen
Wenn keine Gefahrzeichen bestehen, schalten Sie zugängliche Geräte aus und ziehen deren Stecker. Dazu zählen Waschmaschine, Geschirrspüler, Wasserkocher, Mehrfachsteckdosen und Geräte in feuchten Bereichen. Feste Anschlüsse bleiben unberührt.
Versuchen Sie danach einmal, den FI einzuschalten:
- Er bleibt oben: Geräte einzeln wieder anstecken und einschalten. Löst der FI bei einem Gerät aus, bleibt dieses ausgesteckt.
- Er löst sofort aus: Nicht weiter schalten. Der Fehler kann in fester Installation, einem nicht getrennten Verbraucher oder dem Schutzgerät selbst liegen.
- Er löst später erneut aus: Zeitpunkt und eingeschaltete Verbraucher notieren und fachliche Messung veranlassen.
Fassen Sie Stecker nur trocken und am Steckergehäuse an. Beschädigte Kabel oder verschmorte Steckdosen werden nicht weiter benutzt.
Warum „Sicherung hält doch“ kein Gegenargument ist
Leitungsschutzschalter und FI haben unterschiedliche Aufgaben. Eine Sicherung reagiert primär auf Überlast und Kurzschluss, der FI auf Fehlerstrom. Deshalb kann der FI auslösen, obwohl alle Leitungsschutzschalter eingeschaltet bleiben.
Auch der umgekehrte Fall ist möglich: Ein einzelner Stromkreis fällt aus, ohne dass der FI reagiert. Die Stellung der Schalter ist eine Beobachtung, keine Diagnose.
Was eine Elektrofachkraft misst
Bei einer fachlichen Fehlersuche werden je nach Anlage unter anderem Isolationswiderstand, Schutzleiter, Auslösestrom beziehungsweise Auslösezeit und einzelne Stromkreise geprüft. Verdächtige Geräte werden getrennt beurteilt.
Der Elektriker-Notdienst in Wien kann akute Gefahren sichern und die Ursache systematisch eingrenzen. Fragen Sie nach Befund, ausgeführter Maßnahme und ob weitere Reparatur oder Anlagenprüfung erforderlich ist.
Was Sie niemals tun sollten
Blockieren Sie den Schalter nicht mechanisch. Überbrücken Sie keinen Schutzleiter und tauschen Sie keine Sicherung gegen einen höheren Wert. Öffnen Sie weder Verteiler noch Steckdosen. Ein verdächtiges Gerät wird nicht an einem anderen Stromkreis „noch einmal probiert“.
Diese improvisierten Lösungen können den Schutz unwirksam machen und Brand- oder Stromschlagrisiken erhöhen.
Informationen für den Notdienst
Nennen Sie Adresse, betroffene Räume, Zeitpunkt, Schalterstellung und vorausgegangene Ereignisse: Wurde gebohrt, gereinigt, ein neues Gerät angeschlossen oder trat Feuchtigkeit auf? Fotos des geschlossenen Verteilers und der Beschriftung können helfen.
Bei medizinischen Geräten oder anderen kritischen Verbrauchern teilen Sie die Dringlichkeit sofort mit. Verwenden Sie keine ungeprüften Verlängerungen durch Stiegenhaus oder Nassbereiche als Notversorgung.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Warum fliegt der FI-Schalter plötzlich raus?
Häufige Auslöser sind fehlerhafte Geräte, Feuchtigkeit, beschädigte Leitungen oder ein Fehler in der festen Installation. Auch mehrere kleine Ableitströme können zusammenwirken. Nur eine Messung kann die Ursache sicher bestimmen.
Darf ich den FI wieder einschalten?
Wenn keine Gefahrzeichen bestehen, können Sie zugängliche Geräte ausstecken und einen einmaligen Einschaltversuch durchführen. Löst er sofort oder erneut aus, ausgeschaltet lassen und Fachhilfe holen. Nicht wiederholt schalten.
Was ist, wenn nur ein Gerät den FI auslöst?
Gerät ausgesteckt lassen, kennzeichnen und fachgerecht prüfen beziehungsweise reparieren lassen. Testen Sie es nicht an einer anderen Steckdose; dadurch verlagern Sie nur das Risiko.
Ist ein Stromkreis ohne FI noch sicher nutzbar?
Schutzeinrichtungen dürfen nicht überbrückt oder umgangen werden. Ob und wie eine Anlage weiter betrieben werden darf, muss eine Elektrofachkraft anhand von Messungen und Anlagenaufbau entscheiden.
Quellen und weiterführende Informationen
Stand der redaktionellen Prüfung: 23. Juli 2026. Die Informationen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine technische Prüfung oder individuelle Rechtsberatung.



